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TdV Aktuell 30.09.2023 - 01:22
 
24.01.2003 Es wird hell im Apollo Theater!
42nd Street kommt - aber wohin gehen die Vampire?








Selten wurde eine Entscheidung in Stuttgart so sehnsĂŒchtig erwartet, wie die gestrige. Welches StĂŒck wird nach dem letzten Biss des Grafen von Krolock das Apollo-Theater zu seiner neuen Heimat ausrufen? Zwei StĂŒcke waren es noch, die vor allem unter den Fans Hoffen und Bangen verursachten. Les Miserables zieht an Stuttgart vorbei und befindet sich weiter in der Lostrommel der Stage Holding, mittlerweile Global Player nicht nur im deutschen Musicalmarkt. 42nd Street heißt es ab November in der Plieninger Strasse.

Aber was ist eigentlich 42nd Street? Worum geht es, und wieso ausgerechnet Stuttgart? Viele Fragen, denen sich Uschi Neuß, Chief Operating Officer der Stage Holding Deutschland und Jan Verveer, GeschĂ€ftsfĂŒhrer der Stuttgarter Theater, gerne stellten.

Den Inhalt von 42nd Street in einer Minute erklĂ€rt, diese Aufgabe bewĂ€ltigte Uschi Neuß mit einer interessanten AusfĂŒhrung:

"42nd Street ist eigentlich eine echte Broadwaygeschichte. Ein junges MĂ€dchen möchte Star werden und schafft das auch. Es wird im Grunde der Weg von ihrer Entdeckung bis zu ihrem Erfolg am Broadway dargestellt. Es passt eigentlich – auch wenn man sagt das ist ein StĂŒck der 30er Jahre – sehr in unsere momentane Welt. Wir haben jetzt wieder diese ganzen Casting Shows im Fernsehen und alle nehmen Anteil daran, wie junge Menschen mit viel Talent dann doch irgendwie etwas werden wollen. Und das genau ist die Geschichte von 42nd Street."

Am Broadway hatte 42nd Street 1980 UrauffĂŒhrung und spielte 8 Jahre lang mit großem Erfolg. Anfang Mai 2001 ging Joop van den Endes amerikanisches Unternehmen Dodger Stage Holding dann mit einer Revivalproduktion an den Broadway. Dort lĂ€uft es bei fast identischer PlatzkapazitĂ€t wie in Stuttgart mit einer Auslastung von 80% und mehr.

Schon am kommenden Montag wird das erste Produktionsmeeting mit dem Creative-Team in New York stattfinden und dann wird endgĂŒltig der Fahrplan fĂŒr Stuttgart festgelegt. Wann wird wo gecasted, wie groß ist die Cast, wie integriere ich das BĂŒhnenbild in das Theater und viele weitere Fragen besprochen werden. Die Sanduhr ist umgedreht und nun rieselt es unaufhörlich. Das letzte Sandkorn sollte dann im November der Erdanziehungskraft gewichen sein, denn dann soll es heißen "Vorhang auf fĂŒr 42nd Street". 54 Castmitglieder mit 750 KostĂŒmen sind es am Broadway. Ohne genaue Zahlen nennen zu können, verspricht Uschi Neuß jedoch eines: "Es wird eine große Show in Stuttgart werden! 42nd Street funktioniert nur, wenn es auch wirklich groß ist."

Joop van den Ende war es wohl, der hier maßgeblich mitentscheiden hat. Munkelt man nur, dass 42nd Street sein LieblingsstĂŒck ist, so ist es doch verbrieft, dass er an seinen Aufenthalt in Stuttgart anlĂ€sslich der Premiere von Phantom der Oper noch einen Tag drangehĂ€ngt hat und die Stadt und das SI-Centrum genauestens unter die Lupe genommen hat. "Glaubt mir – 42nd Street ist eine Produktion fĂŒr die Region Stuttgart" war das Ergebnis dieser Recherche des Mannes, der sich eigentlich immer bescheiden im Hintergrund hĂ€lt. Wir glauben ihm und lassen uns gerne ĂŒberzeugen, dass auch diese WohlfĂŒhlshow im Apollo Theater hervorragend ankommen wird.

Was passiert mit den Vampiren? Diese brennende Frage richteten wir an Jan Verveer, der sich nicht so ganz leicht tat mit seiner Antwort:

"Aus derzeitiger Sicht werden die Vampire Deutschland nicht verlassen. Es kann sein, dass eine Pause kommt. Dass sie erstmal mit Erfolg den Run hier in Stuttgart abschließen. Wir alle haben ein sehr gutes GefĂŒhl, dass wir nicht im Nachhinein sagen mĂŒssen, „...hĂ€tten wir mal frĂŒher aufgehört“ oder „..das haben wir ganz tragisch abgeschlossen“. Wir wollen das auch, bevor da ein Moment kĂ€me, von „jetzt wird es ganz schwierig, das Haus noch vollzukriegen“. TdV wollen wir erfolgreich abschließen, damit wir diese Produktion auch wieder prĂ€sentieren können. Irgendwo anders im Norden oder in Richtung Berlin. DafĂŒr gibt es im nĂ€chsten Jahr wieder einen Spielplan, dafĂŒr gibt es vielleicht noch in diesem Jahr einen Spielplan - da gibt es immer wieder auch Überraschungen. Ich denke, das TdV wieder auftauchen wird."

Nun sind Fakten vorhanden, und umso deutlicher wird der Abschied von den Vampiren, der noch 219 Tage weiter vorne im Kalender steht. Es sind noch 250 Shows aber auch 250 Chancen, die Vampire in Stuttgart zu sehen. Was nachkommen wird hat nichts mehr zu tun mit der Finsternis. „Alles wird hell“ – Professor Abronsius hat im Apollo Theater nunmehr jeden Abend Recht, wenn er diese Zeile singt. Es wird hell, es wird bunt und es wird eine "WohlfĂŒhlshow" sein, die kommen wird.

Tickets fĂŒr 42nd Street wird es voraussichtlich ab MĂ€rz 2003 geben. Informationen zum StĂŒck und den Vorbereitungen gibt es schon sehr bald auf www.42nd-stuttgart.de.

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